Zauberei, Stunts, Schauspielerei, Regie: Was machen Sie am liebsten und warum?
Es ist alles irgendwie anders fordernd und aufregend. Manchmal bin ich froh, “nur” Schauspieler oder Stuntman zu sein- eine klare Aufgabenübersicht, Konzentration und fertig. Als Regisseur ist man für alles und jeden die Ansprechperson, das kann manchmal echt hart werden- wenn man gerade nach einer Verbindung zwischen zwei Szenen nachdenkt und dann kommt einer und fragt, wann es denn endlich Essen gibt.
Nicht mit einem normalen Schauspiel zu vergleichen ist hingegen die Zauberei. Ich glaube, da bin ich am nervösesten… Das ist schlimmer, als jede Improshow oder freie Rede vor einem großen Publikum. Umso triumphaler, wenn das Kunststück gelingt, Leute zu verzaubern, die genau wissen, dass du sie gerade belügst- aber je besser dir das gelingt, desto begeisterter sind die Belogenen. Diese feine Nuance der Absprache zwischen Publikum und Magier macht das Ganze so aufregend.
An was für einem Projekt arbeiten Sie derzeit?
Ich habe immer wieder laufende Projekte, gerade ein Musikvideo abgedreht, eine Serie über Street Hypnosis und eine Comedy-Reihe in Planung- die letzten drei Jahre allerdings habe ich darüber hinaus an einem Drehbuch für einen Kinofilm (“Freundschaft!”) geschrieben, an dem mein ganzes Herzblut hängt und der hoffentlich in nächster Zeit immer mehr Gestalt annimmt.
Kann man Sie auch für private Auftritte buchen?
Das kommt darauf an, ich kann mit allen Arten des Publikums “dealen”.
Was ist das spannende an Ihrem Beruf?
Das ist mir so richtig erst in letzter Zeit aufgegangen- der Schauspielberuf ist eine Art Ehrlichkeits-Therapie. Wir alle verstecken uns ja täglich hinter Masken, jeder Mensch hat verschiedene Ichs- ein privates, ein berufliches, ein emotionales, etc..
Schauspieler können ihre Masken ausleben und benötigen dann im normalen Leben keine mehr. Natürlich hat das nicht jeder Schauspieler erkannt, welch befreiende Wirkung die Wahrheit oder das, was man dafür hält, hat. Jemanden ehrlich und vorurteilsfrei seine Meinung zu präsentieren, ist viel kommunikativer, als Halbwahrheiten oder emotionales Gebrüll. In der Kommunikation gibt es keine Kritik- alles ist Feedback.
Was ist schwieriger zu spielen: lustig oder traurig und warum? (weiterlesen…)